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Adam West full-page feature and review of Adam West "Hi-Balls Are Rolling!" CD in Slam Zine #15 - September 2004 (in German)

Jake Starr ist schon ein unsympathisches Bürschchen. Er verkörpert Narzissmus in Reinform, Selbstverherrlichung steht am Tagesprogramm, dieser Herr ist Solipsist durch und durch. Diesen Eindruck gewinnt man, hält man sich einige Zeit auf der umfangreichen Website von ADAM WEST auf. Neben einer ausführlichen Discographie und fein säuberlichst gesammelten Reviews und Interviews, gibt es nämlich die durchaus amüsante Rubrik "Hate Mail," inklusive Schmäh-Comics über Sänger und Kopf der Band, Jake Starr, in der er nicht gerade gut wegkommt. Das nennt sich dann wohl Selbstironie und man kann es ihm auch nicht verübeln, denn wer in den US of A Rock'n'Roll verkörpern will, muss mit einem gewissen Maß an Zynismus ausgestattet sein. "In den Vereinigten Staaten gibt es keine Rock'n'Roll-Szene. Punkt. Das Land ist einfach zu groß und es ist fast unmöglich so viele Leute zu erreichen, ohne ein Major-Label im Rücken zu haben. Natürlich gibt es einige großartige Bands hier, aber keine geschlossene Rock-Szene. In Europa hingegen hat man Rock'n'Roll nie aus den Augen verloren." Das mag nun vielleicht ein wenig verbittert klingen, doch ADAM WEST haben längst die Konsequenzen daraus gezogen und orientieren sich auch was ihre Einflüsse betrifft am alten Kontinent: "Was aktuelle Bands betrifft, hat sicher die Szene in Skandinavien die größte Wirkung auf mich, weil es erfrischend zu sehen ist, dass es Bands gibt, die auf die gleiche Musik abfahren wie wir und auch rocken wollen. So etwas findest du hier nicht, vor allem nicht in D.C." D.C., a.k.a. Washington D.C., ist wohl jedem als Heimatstadt von DISCHORD-Records bekannt, und somit von FUGAZI und deren Gefolgschaften und Erben, die nach wie vor die Überzahl bilden, wenn es um die musikalische Repräsentativität der Stadt geht. Jake Starr ist auf diese Szene nicht gut zu sprechen, aber FUGAZI kann er sehr wohl einiges abgewinnen, nicht zuletzt besitzt er sämtliche Alben der Vorzeige-Post-HC-Band. Inwieweit sie die Musik ADAM WESTs beeinflussen ist fraglich, die offensichtlichen Einflüsse liegen jedoch mit Bands wie THIN LIZZY, RAMONES oder THE STOOGES auf der Hand. Was all diese Bands im ADAM WEST-Kontext gemeinsam haben ist, dass ihnen allen schon die Ehre eines Cover-Songs zuteil wurde. Jake Starr und seine Band, die seit der Gründung im Jahre 1993 mehr Besetzungswechsel durchmachen musste als eine großstädtische Bahnhofstoilette, schrecken scheinbar vor niemandem zurück. Doch bei gewissen Dingen schlägt auch bei Starr das Gewissen zu: "Ob du es glaubst oder nicht, aber meine absolute Lieblingsband ist THE WHO. Seit ich ein Kind war, hatte ihre Musik und Roger Daltreys Stimme einen großen Einfluss auf mich, wir haben aber noch nie einen THE WHO-Song gecovert, vielleicht finden wir mal einen der zu uns passt. Wir haben auch noch nie ein Cover von THE DOORS gemacht, und Jim Morrison ist ebemfalls einer meiner Favoriten." Es gibt also doch etwas Heiliges in der Welt von ADAM WEST, die sich langsam aber stetig im Rock'n'Roll-Universum breit macht. Mittlerweile können sie sich auf eine beachtlichen Zahl an Releases berufen: Über 25 7-inches, eine 10-inch, sieben Alben und massenhafte Beteiligungen an Compilations macht einem ADAM WEST vorerst etwas suspekt. Warum so viele 7-inches? "7-inches sind, glaube ich, das perfekte Format für Musik. Eine Band schreibt zwei Songs und bringt sie auf einem Album unter und damit können sie die Welt verändern. So wuchs ich auf: Ich legte eine 7" von einer mir völlig unbekannten Band auf und sie veränderte mein Leben. Auf den meisten Alben sind auch Füller-Songs und es kann dich nie so bewegen, wie eine 7" mit ihrem One-Two-Punch. Wir versuchen Songs auf 7-inches zu veröffentlichen, die auf keinem Album sind, damit die Platten mehr Sammler-Charakter bekommen. Ich verstehe es nicht, wenn Bands vier 7-inches veröffentlichen und all diese Songs dann auf das nächste Album wandern. Das ist sehr schwach." Touché, Herr Starr! Dieser Mann ist ein Idealist und mit dem aktuellen Release auf PEOPLE LIKE YOU-Records verfolgen ADAM WEST ebensolche Ziele. Hi Balls Are Rolling! ist im Grunde genommen ein Re-Release einer 2001 erschienenen 10"-EP, doch man wollte noch ein paar Songs mehr drauf packen und so kam es zu einem Album mit insgesamt 20 Songs, die allesamt auf längst vergriffenen und unerschwinglichen EPs vertreten sind. "Vor allem für die Plattensammler ist das eine gute Sache. Sie kommen an die Songs heran, ohne sich selbst und ihre Finanzen töten zu müssen, um sich die Originale zu beschaffen. Wir haben das aus dem selben Grund gemacht, aus dem THE HELLACOPTERS ihre Cream Of The Crap Collections veröffentlicht haben." Mit selbigen haben ADAM WEST erst unlängst eine zweite Split-EP aufgenommen und solche Vorhaben scheinen kein Ende zu nehmen. "Splits mit befreundeten Bands zu veröffentlichen, mag ich deshalb so sehr, weil ich gerne mit ihnen zusammen arbeite. Jetzt, da wir uns mit ADAM WEST einen Namen gemacht haben, können wir auch unbekanntere Bands rausbringen und unterstützen, genau wie es bekanntere Bands vor einigen Jahren mit uns machten." Neben Projekten dieser Art sind ADAM WEST auch immer wieder auf der einen oder anderen Compilation zu finden. "Ich kann einfach nicht 'Nein' sagen, wenn mich ein Label nach einem Song für eine Compilation fragt. Ich bin halt ein zu netter Kerl!" Spricht Jake Starr, und man glaubt es ihm aufs Wort. Wer soviel Idealismus an den Tag legt, kann einfach kein schlechter Mensch sein. Wer sich selbst von den musikalischen und persönlichen Qualitäten des Ba(d)tmans überzeugen möchte, sollte sich kommenden Herbst präventiv ein paar Tage für ADAM WEST-Shows freihalten. Nächstes Jahr wird dann eifrig an einem neuen Album gearbeitet und dann steht der Weltherrschaft ADAM WESTs nicht mehr viel im Wege, oder wie es Jake Starr mit einem Hauch von Egozentrismus nicht besser sagen könnte: "You must obey! Obey! OBEY!!!!"

Adam West Hi-Balls Are Rolling! (People Like You)
Hi-Balls Are Rolling! ist wieder mal ein Release, der vor allem Fans begeistern dürfte. Albumtitel und Cover-Artwork sind schon von einer 10" EP bekannt, die 2001 auf dem Band-eigenen Label FANDANGO erschien und mit drei eigenen Songs und drei Coversongs zu Buche schlug. Das nun auf PEOPLE LIKE YOU erschienene Album fährt nun mit insgesamt zwanzig Songs aus dem Backkatalog von ADAM WEST auf und versteht sich als Fortsetzung zu Ready Steady Adam West! 1993-1999 (2002), das wie der Name schon sagt die frühen Jahre der Rock'n'Roller abdeckt. Hi-Balls Are Rolling! führt den Hörer nun vom Jahre 1999 bis in die Gegenwart. Aber nicht, dass hier irgendwelche Semi-Hits oder dergleichen einfach noch mal verbraten werden. ADAM WEST haben im Laufe ihrer Karriere gut zwei Dutzend 7", eine 10" und sieben reguläre Alben veröffentlicht. Hinzu kommen noch massenhaft viele Compilations, wo sie natürlich auch nicht fehlen durften. Dass man hierbei schnell den Überblick verlieren kann, ist klar, aber in diesem Fall das geringste Problem. Die meisten Outputs ADAM WESTs sind schlicht und ergreifend vergriffen und deshalb kommt Hi-Balls Are Rolling! gerade richtig, für all jene, die sich neben einem guten Eindruck von der Band auch noch einige rare Songs ins Heim holen wollen. Gerockt wird in gewohnter Manier kompromisslos und ohne Rücksicht auf Verluste. Im Falle von ADAM WEST braucht sich auch niemand Vergleiche aus der Nase ziehen, denn die holen sich Sänger Jake Starr und seine Mannen selbst ins Boot. Hi-Balls Are Rolling! kann ruhigen Gewissens als persönliches Tribute-Album bezeichnet werden. THE STOOGES kommen mit "Real Cool Time" genau so zum Handkuss wie AC/DC mit "Sin City," nebenbei wird noch THIN LIZZYs "Cold Sweat" runtergeklopft und BLACK SABBATH bekommen ihre Erwähnung mit einem äußerst schräg intoniertem "Supernaut." Damit ist aber nur ein Drittel der Coversongs genannt, ADAM WEST schrecken nämlich vor nichts zurück und das ist auch gut so, denn das ist Rock'n'Roll. Hi-Balls Are Rolling! ist nicht nur ein gutes Album um ADAM WEST besser kennen zu lernen, sondern kann auch zur musikalischen Nachhilfe herangezogen werden. (7/10)
--Martina Hollauf, Slam Zine #15, September 2004


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